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Unser Fraktionsvorsitzender Dr. Udo Junker beteiligte sich am 21.09.2026 an der Gedenkveranstaltung zum Weltfriedenstag vom Friedensbündnis Vogtland.

Seine mahnenden Worte zum aktuellen Weltgesehen finden Sie hier und in diesem Link: Friedensaktion Plauen – Vogtland zum Weltfriedenstag 2026

Frieden heißt manchmal: langsamer werden. Sich besinnen. Erinnern.

Rauch steigt vom Dach auf. Das kann heißen: Dort ist Leben.

Da wird gekocht, da ist jemand zu Hause, vielleicht sitzt man zu Tisch.                                                                                                                   

Rauch steigt vom Dach auf. Kann auch heißen: Noch bis eben….

Ich meine, wir sollten uns daran erinnern, wenn wir heute über Frieden sprechen.

Wir leben in einer Zeit des immer Schneller. Schneller entscheiden. Schneller reagieren. Schneller produzieren. Schneller sein als der andere.

Und wenn ein Konflikt entsteht, scheint die erste Frage zu sein: Wie können wir schneller sein als der Gegner? Stärker? Abschreckender?

Was, wenn wir vielmehr fragten: Wie vermeiden wir, aus dem Gegenüber einen Gegner, aus einem Konflikt einen Krieg zu machen?

Denn Frieden entsteht nicht erst dort, wo keine Waffen mehr schießen.

Frieden beginnt viel früher.

Vielleicht im Moment, in dem einer nicht zu- und nicht zurückschlägt.

Vielleicht im Moment, in dem einer zuhört, obwohl er wütend ist.

Vielleicht im Moment, in dem jemand sagt: Warte. Lass uns erst miteinander reden.

Vielleicht schon im Moment des Krieges.

Langsamer werden ist dabei keine Schwäche.

Es kann eine Form von Mut sein.

Denn wer langsamer wird, gibt dem anderen die Möglichkeit, noch ein Mensch zu sein – und nicht nur ein Gegner.

Das Rote Telefon war in diesem Sinne auch ein Symbol des Innehaltens.

Politikwissenschaftler und Spieltheoretiker haben untersucht, wo Kooperation, wo Koexistenz einen Platz haben. Nun: Wenn ein Spiel nur eine oder wenige Runden hat, lohnt es, als erster den anderen zu übervorteilen.

Wenn wir aber davon ausgehen, dass wir uns morgen wieder begegnen – und übermorgen und in zehn Jahren –, verändert sich die Rechnung. Die erfolgreichste Strategie ist weder Nachgeben noch Austricksen, sondern Gegenseitigkeit: zuerst kooperieren, aber nicht wehrlos sein – Verrat angemessen beantworten. Und dann: bereit sein, zur Kooperation zurückzukehren, damit das Spiel am Laufen bleibt. Vertrauensvorschuss geben. Denn abgerechnet wird zum Schluss. Danach ist das Spiel vorbei. Und was nützt es, wenn wir gewinnen, aber das Spiel Menschheit damit zu Ende ist?

Wir können und müssen entscheiden, welche Art von Welt wir selbst mitgestalten.

Eine Welt, in der wir uns die Zeit nehmen, die ein Gespräch braucht.

Oder eine Welt, in der jede Krise sofort nach Stärke, nach Abschreckung und letztlich nach Vergeltung ruft.

Rauch steigt vom Dach auf.

Ich wünsche uns, dass wir möglichst oft den ersten Rauch sehen: Dort ist Leben.

Tun wir das Nötige, dass es so bleibt.

Denn Frieden bedeutet am Ende vielleicht nichts Spektakuläreres als dies:

Dass morgen noch jemand am Tisch sitzt, mit dem wir heute hätten reden können.

                    

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